Afklabastern
Das Projekt

Im Oktober 2005 bin ich mit dem Nepal-Team der Michaelisgemeinde Neugraben nach Nepal gereist um dort, unter anderem, die Organisation Maiti Nepal zu besuchen. Sie unterstützt hauptsächlich junge Frauen dabei in ein normales Leben zurückzufinden, nachdem sie aus der Zwangsprostitution in Indien zurückgeholt wurden. Die Eindrücke und Bilder dort vor Ort haben mich über die Situation der Frauen sehr nachdenklich gemacht. Das schlimme Schicksal jeder einzelnen Frau die in diese Situation gerät ist ein schreckliches Verbrechen das es dringend von Anfang an zu verhindern gilt. Da es oft von den eigenen Familien verübt wird, ist das jedoch sehr schwer. Umso wichtiger ist es dann wenigstens den Frauen zu helfen, die gerettet werden konnten. Das finden auch wir als Afklabastern Team, weshalb wir uns entschlossen haben dieses Projekt mit eurer Hilfe zu unterstützen.

Informationen über Nepal
Nepal ist so groß wie die Schweiz und Österreich zusammen. Es hat die Form eines länglichen schmalen Rechtecks. Die größte Ausdehnung in Ostwest- Richtung beträgt ca. 880 km. Von Nord nach Süd ist das Land zwischen 150 und 250 km breit. Nepal hat nur zwei Nachbarn, Indien und China. Das Land wird im Norden von der zu China gehörenden Autonomen Region Tibet begrenzt, auf den drei anderen Seiten von Indien.

Nepal lässt sich grob in vier geographische Hauptregionen einteilen: Das Terai ist die südliche Tiefebene vor dem Himalaya. Hier verläuft die Grenze zu Indien, es ist heute die Reiskammer Nepals. Nördlich an das Terai grenzen die Ausläufer des Himalaya, die Siwalik genannte Hügelkette. Dieses Gebiet ist auf Grund seiner schlechten Böden kaum besiedelt. Zwischen 2000 und 3000 m Höhe erstreckt sich in Ost- West- Ausdehnung die Maharabhata- Kette, das traditionelle nepalische Siedlungsgebiet. In dieser Hügellandschaft befindet sich das breite Kathmandutal und die Region der drei Königsstädte Kathmandu, Patan und Bhaktapur, etwas weiter westlich liegen Pokhara und Gorkha. Die vierte geographische Zone stellt das Himalaya- Massiv mit seiner schier endlosen Zahl an Schnee- und Gletscherbergen dar. Diese Hochgebirgsregion zwischen 3000 m und den Achttausendern wird vorwiegend von der buddhistischen Bevölkerung bewohnt.

Ständig bewohnte Siedlungen finden sich bis in einer Höhe von knapp 4500 m. Im Nepal wohnen 25 Mio. Menschen. Es ist ein Multikultureller Staat mit 60 Völkern, ebenso vielen Sprachen und verschiedenen Religionen.

Noch immer sind 72 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer Analphabeten. Der Schulunterricht ist bis zur fünften Klasse Pflicht und kostenlos, aber im Gebirge oft nur schwer zu bewerkstelligen. Die Entfernungen sind groß, und vor allem die Mädchen werden bei der Arbeit im Haushalt und auf dem Feld gebraucht. In den hohen Gebirgsketten bleiben die Temperaturen das ganze Jahr hindurch niedrig. Im Terai und im Katmandutal sind die Sommer heiß und verregnet und die Winter kühl. Die höheren Gebirgsregionen sind stets schneebedeckt. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Nepali verdient am Tag durchschnittlich umgerechnet drei Euro. Weit über die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Struktur der Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nur in einigen Städten verändert, in der „Metropole“ Kathmandu regiert der Computer. Doch auf dem Land ist alles beim alten geblieben. 90 Prozent der Nepali leben von der Landwirtschaft. Der Hauptanteil der Arbeit wird dabei von den Frauen geleistet, die zusätzlich noch den Haushalt und die Kinder versorgen. Die meisten Familien können nur das anbauen, was sie selbst zum Überleben brauchen, nur wer genügend Land besitzt, baut auch Erzeugnisse an, die er gegen Bargeld verkaufen kann (z.B. Zuckerrohr, Jute, Tabak, oder Tee )

Die Ernten reichen oft nicht für den Eigenbedarf, geschweige denn, um Überschüsse zu verkaufen. Es kann kein Geld erwirtschaftet werden, um z. B die Schulbildung oder medizinische Versorgung zu bezahlen. Vor allem im Westen wie in Mugu, wo es keine Straßenverbindungen gibt, ist die Armut groß. Frauen haben im Hindustaat eine untergeordnete Stellung. Eng verbunden mit dem Schicksal der Frauen ist das der Kinder, vor allem in den ersten Lebensjahren. Ernährungsprobleme, Hygiene und mangelnde medizinische Betreuung insbesondere während Schwangerschaft und Geburt, sind die Hauptursachen für die nach wie vor hohe Kindersterblichkeit. Eine weitere Folge ist die hohe Anzahl behinderter Kinder. Es gibt in Nepal wenige Ärzte, auf 20.000 Menschen kommt ein Mediziner. Außerdem leben sie vorwiegend in den großen Städten. So haben viele Kranke kaum die Möglichkeit einen Arzt zu erreichen. Gerade für die, die sehr abgelegen wohnen, ist das ein großes Problem. Es kann häufig nur durch Aufklärungen versucht werden, dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht durch Mangel an Hygiene erkranken.

Die meisten Wege müssen zu Fuß zurückgelegt werden. Straßen gibt es nur im Terai und im Kathmandutal. Als Personentransportmittel verkehren auf den kurvenreichen Straßen Überlandbusse. Da kommt es schon mal vor, dass ein Bus bei einem Überholmanöver verunglückt. Das gesamtnepalische Schienennetz der Eisenbahn beträgt gerade mal etwas über 30 km. Für längere Strecken sind Flugzeuge ein wichtiges Verkehrsmittel für die wenigen, die es sich leisten können. Landebahnen sind fast immer Graswiesen, bis auf wenige Ausnahmen. Geflogen wird nur bei gutem Wetter, es darf kein Nebel und kein starker Wind sein. Bis 1990 war Nepal das einzige Hinduistische Königreich der Welt, erst dann wurde die Demokratie eingeführt. Nach zwölf Jahren scheiterte die Demokratie, weil die Parteien nur für die eigenen Vorteile arbeiteten und die Korruption blühte. Die Maoisten, die ihre Partei ursprünglich als eine „normale“ Partei mit sozialen Zielen gegründet hatten, waren über die politische Entwicklung sehr enttäuscht, da sich die Situation der armen Landbevölkerung nicht verbessert hatte. Um ihre sozialen Ziele zu erreichen, gingen sie in den Untergrund und begannen 1996 den bewaffneten Kampf. 2005 kontrollierten die Maoisten mittlerweile mehr als die Hälfte des Landes. Besonders in den abgelegenen Bergregionen, dort wo die Armut am größten ist, fanden sie ihre Anhänger. Ein Jahr zuvor hatte der König die absolute Macht übernommen. Es durfte nichts geschrieben werden, was gegen den König und die Armee war. Anfang September 2005 hatten die Maoisten einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Der fast 10 Jahre währende Bürgerkrieg hat über 12000 Menschen das Leben gekostet. Viele unschuldige Zivilisten wurden verfolgt, verhaftet, verschleppt, gefoltert und getötet, von den Maoisten wie von der Armee.

Aktuelle Situation
Mitte April 2008 fanden seit langem die ersten Wahlen in Nepal statt. Ein großer Schritt von der, bislang bestehenden, Monarchie zur Demokratie. Auch die Frauen sollen dadurch mehr Gleichberechtigung erfahren. Und obwohl das Kastensystem schon lange offiziell abgeschafft ist, wurde es, besonders in den Dörfern, noch gelebt. Nun wird gehofft, dass die Parteien ihre Wahlversprechen auch einhalten können, so dass die Lebensqualität für viele der Nepali verbessert werden kann. Besonders wichtig ist das voran bringen der Schulbildung und die Verbesserung der Hygiene durch Aufklärung.

Infos aus 2015
Schwere Erdbeben erschüttern im Frühjahr 2015 Nepal und nehmen vielen ihr Obdach. Besonders die Region, in der die Schule sich befindet welche Afklabastern seit Jahren unterstützt ist betroffen. Die Gebäde der Schule konnten durch unsere Unterstützung stabil konstruiert werden. Dadurch haben sie dem Wanken der Erde widerstanden. Sie dienen derzeit vielen Menschen als Notunterkunft. Unsere Spenden unterstützen weiterhin die Schule, aufgrund der akuten Lage aber auch die Menschen in der Region.

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